Skagen ist zwar nicht der nördlichste Punkt unserer Reise, den haben wir bei der Fahrt durch das Skagerrak erreicht, aber Skagen ist der nördlichste Hafen in dem wir auf der Reise festmachen. Von hier an geht es also nur noch nach Süden der Sonne entgegen.

Wir überlegen genau, welche Möglichkeiten wir für die Rückreise haben, wobei die Richtung immer die gleiche ist: Süden. Wir könnten heute bis Anholt segeln. Ambitioniert, aber möglich. Wie fahren wir um Laeso rum? Östlich oder Westlich? 

Wetter:
Marine Forecast valid to Sunday noon
Kattegat: Southwest 7 to 12 m/s. Good visibility

Wir holen von dmi.dk alles, was wir an Informationen bekommen können. Der Wind kommt anfangs eher aus WSW und soll später leicht rückdrehen. Die Strömung versetzt insbesondere in der Laeso Rende nach Nord, in der Spitze mit 1,5 - 2 Knoten.

Der Ostkurs bedeutet, dass wir hinter Laeso in Richtung Anholt sehr hoch, vermutlich zu hoch am Wind segeln müssen. Das bedeutet kreuzen und (fast) doppelte Strecke.

Der Westkurs bedeutet, dass wir in der Laeso Rende gegen den Strom müssen, also langsamer sind. Dafür können wir aber mit etwas Glück ohne Kreuzschlag auskommen.

Wir entscheiden uns für den Westkurs, um am Nachmittag entspannt segeln zu können. Außerdem haben wir dort mehr Möglichkeiten in andere Häfen abzulaufen.

Um 11:00 Uhr legen wir ab.

Noch im Hafen geht das Gross und die Genua hoch und der Motor aus. Dann führt uns der Weg zunächst durch die vielen Ankerlieger vor Skagen, die hier auf bessere Zeiten warten. Unter anderen liegen hier drei AIDA Schiffe, auf denen sich zur Zeit nur eine kleine Crew befindet. 

Wir setzen Kurs auf Laeso Rende und schaffen die Rechtvoraausrichtung auf die Laeso Rende zu richten. Der Wind stimm. Aber der Strom verdriftet uns zu sehr. Wir stellen am Nachmittag fest, dass wir so nicht westlich an Laeso vorbeikommen. Entweder wir müssen kreuzen oder doch östlich rum. Mittlerweile haben wir auch schon hier einen satten Knoten Strom gegenlaufend. Das wird in der Rinne noch mehr.

Die Entscheidung drängt sich förmlich auf: wir gehen nach Vesteroe auf Laeso. Wir müssen nur etwas abfallen, den Rest erledigt der Strom.Tatsächlich muss ich 20 Grad vorhalten, um den Hafen ansteuern zu können. So stark versetzt uns der Strom nach Osten. Erst als wir ins flachere Wasser kommen und die erste Untiefe umschifft haben, kann ich fast direkt auf die Hafeneinfahrt zuhalten. Eine Fähre geht noch raus, dann gehe ich ins Fahrwasser und um 16:00 Uhr sind wir das einzige Segelboot, das in Vesteroe liegt.

Wir haben uns einen freien Platz vor einer überdachten Sitzbank ausgesucht und so genießen wir den Anleger nicht an Bord, sondern ganz windgeschützt in der Sitzgruppe. Der Hafen ist nicht wirklich günstig und man merkt hier schon das Saisonende. Nicht nur weil wir mit 2 Motorbratzen alleine im Hafen sind, sondern auch weil nur noch 2 Duschen (mit WC) geöffnet sind. Der Rest ist verschlossen und wird vermutlich erst ab Mai wieder geöffnet. Strom kostet hier normalerweise extra, aber wir finden zwei Steckdosen mit Restguthaben.

Ob ich im Sommer wiederkommen möchte, wenn der Hafen vermutlich picke packe voll sein wird, kann ich noch nicht sagen. Der Hafen ist ein reiner Touristenhafen mit Geschäften, Restaurants und einer Räucherei. Das bedeutet natürlich viel “zu Fuß Touristen” die durch den offenen Hafen laufen.

So früh am Abend können wir die Zeit zum Kochen nutzen. Es gibt feinstes Rinderfilet aus Skagen.

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