Ich Fasse die beiden Hafentage einfach mal zusammen. Am 08.10. machen wir um 09:00 Uhr nach einer kalten und zeitweise regnerischen Überfahrt fest.

Das Hafengeld bezahlen wir am Automaten für zwei Tage und die nette Hafenmeisterin wechselt unsere Euro in Dänische Kronen, damit wir die Duschautomaten bedienen können. W-LAN ist hier kostenlos und ansonsten hat dieser teure Hafen alles, was das Seglerherz begehrt.

Den ersten Tag lassen wir ganz langsam angehen und nach einem ausgiebigen Frühstück machen wir erstmal rein Schiff. Unsere Klamotten und auch einige Wäsche hängen wir zum Trocknen nach draußen. Ich teste schon mal die Duschen an. Zu unserem Glück funktioniert einer der Duschautomaten nicht richtig und wir können in einer der Kabinen kostenlos unbegrenzt duschen. 

Ralf holt eine Mütze Schlaf nach, während Cris und ich einenmal durch die Fußgängerzone schlendern. Am Nachmittag an Bord werden die Reste des Räucherfischs aus Hvide Sande erledigt und ein Abendspaziergang zum “Wippenfeuer” schließt den ersten Tag schon ab. Wir ziehen uns alle sehr früh in die Kojen zurück…

Der 09.10. beginnt wie immer mit einem reichhaltigen Frühstück. Heute steht ein großes Programm auf dem Plan, wir wollen zurück in die Nordsee, zumindest zu Fuß. Skagen ist die nördlichste Stadt Dänemarks und etwas weiter befindet sich auch der nördlichste Punkt. Hier wächst auch der Grenen jedes Jahr um ca. 10 Meter in die Lücke zwischen Nord- und Ostsee. Das ist unser Tagesziel: mit beiden Beiden in beiden Meeren stehen…

Gut gestärkt geht es am Strand entlang weiter nach Norden. Hier hat die deutsche Wehrmacht im 2. Weltkrieg eine ausgedehnte Bunkeranlage gebaut. Die Ruinen versinken zum Teil langsam im Meer. Ein unschöner Anblick für diese schöne Landschaft. Die Dänen scheinen das aber mit einer gewissen Gelassenheit hinzunehmen.

Es geht vorbei an dem großen Leuchtturm, der uns in der Nacht den Weg hierher gewiesen hat. Hier nimmt auch die Strömung zu, nicht im Wasser, sondern an Touristen. Wir nähern uns dem Parkplatz (wahrscheinlich Dänemarks nördlichster?) von wo aus der “Sandwurm” die Touristen zum Grenen hinausfährt. Der Grenen ist für die Dänen so etwas wie ein Nationalheiligtum, vergleichbar wohl wie die Zugspitze oder der Brocken bei uns. Vielleicht aber etwas emotionaler für einen Durchschnittsdänen. 

Zu unserer Überraschung “sonnt” sich eine Herde Robben direkt am Treffpunkt der beiden Meere. Es bleibt ein Rätsel, was die Robben sich bei der Menschentraube denkt: “Guck mal, Menschen.” Wir haben jedenfalls unsere Fotomotive und wenn Robben Hände zum Fotografieren hätten, würden sie wohl im Gegenzug auch welche von uns machen. 

Wir stellen uns für die Fotos mit beiden Beinen in zwei verschiedene Meere und dann geht es auch schnell wieder raus aus dem Wasser. Es ist zwar sehr schön und das Wasser (oder die Wässer?) sehr sauber, aber im Oktober auch nicht mehr wirklich warm. Baden möchte ich heute jedenfalls nicht. 

Auf dem Heimweg halten wir kurz am Grab von Holger Drachmann. Er ist “Nationalheiliger” für die Dänen. Er hat zwar nicht die Nationalhymne gedichtet, aber mit siner Midsommarvise (“Wir lieben unser Land”) das Lied, mit dem sich alle Dänen identifizieren. Es wird überalle und von jeder/jedem in Dänemark zum Mitsommerfest gesungen. 

Wir legen eine Pause im nahegelegenen Cafe ein und genießen einen heißen Cacao. Das können die Dänen also auch… Dann geht es entlang der Hauptstraße zurück in den Hafen. Ein Restaurant wirbt “Fischbuffet” aber um 15:00 Uhr dürfen wir es nicht mehr nutzen. Uns bleiben Gerichte von der Karte, die zwar qualitativ gut sind, mengenmäßig aber eher an Kinderportionen erinnern. 

Frisch gestärkt geht es an den Einkauf für die nächsten 2 oder 3 Tage. Viel brauchen wir nicht und planen jetzt schon unsere Fahrt etwas genauer. Ideal wäre, wenn in einer Woche der Dampfer leer ist, denn in Heiligenhafen wird nur noch abgeriggt und dann geht es ins Winterlager. Da es also keine Folgecrew mehr gibt, können wir auch keine Lebensmittel zurücklassen. 

Nach dem langen Fußmarsch von der Ostsee bis zur Nordsee entwickeln wir heute keine großen Aktivitäten mehr. Ein Film und dann geht es ab in die Kojen.

Kalender

Anmeldung