Zu meiner doch sehr positiven Überraschung haben die Duschen im Hafen geöffnet. Jede zweite Kabine ist zwar gesperrt, aber ich brauche ja nur eine. 

Kühlungsborn ist kein alter Hafen. Die Anlagen sind neu und sauber, das Hafenmeisterbüro ist mit netten Menschen besetzt und insgesamt ist es eine gute Anlage. Man liegt an Schwimmstegen mit Fingern und es gibt reichlich Platz im Hafenbecken und in den Boxen. Strom und Wasser liegen in kurzer Entfernung. Man sollte sich aber seinen Liegeplatz gut aussuchen, von der Außenmole ist es ein ordentlicher Weg zum östlich gelegenen Hafenbüro.

Ansonsten ist Kühlungsborn eher eine künstliche Stadt. 

Nach der Dusche backen die Brötchen während ich schon mal die Wettervohersage hole:

Küstenseewetter östlich Fehmarn bis Rügen:
schwachwindig, später westdrehend, zunehmend 2-3

Gestern hatte ich noch die Idee oder Hoffnung mit dem Gennaker nach Wismar zu kommen, aber diese Windrichtung passt nun gar nicht.

Um 11:45 Uhr legen wir ab. Im Hafen geht das Groß hoch und hinter der Mole nehmen wir die Genua dazu. Wir müssen nach Westen kreuzen und machen dabei eine gute Geschwindigkeit.

Nördlich von Rerik verlässt uns der Wind. Wir machen keine Strecke gut und bergen die Segel. Schade eigentlich, ab hier hätten wir nicht mehr zu kreuzen brauchen. Der Motor muss es richten. Das Wetter am Horizont wird zunehmend diesig und verdichtet sich schnell zu einem Kütennebel.

Wir schalten die Laternen ein, bereiten das Horn für erforderliche Schallsignale vor und nehmen Fahrt raus. Um 14:00 Uhr hat uns der Nebel dann verschluckt. Ein Segler, der gerade noch hinter uns was, ist nicht mehr zu sehen.

Zunächst können wir uns mit 4 Knoten vortasten, doch der Nebel verdichtet sich weiter. Einer im Vorschiff, einer am Ruder und mit 2 Knoten Fahrt tasten wir uns voran. Den Kurs ändern wir vom Land weg, in der Hoffnung, dass weiter draußen der Nebel zumindest Lichter wird. 

Wir halten angestrengt Ausschau. Und manchmal sieht man was im Nebel, was gar nicht da ist. Ein kleines Motorboot eines Angelausflugs überholt uns mit zügiger Geschwindigkeit. Eine Mutige Crew, diese Angler. Ein Anderer Segler kreuzt unseren Kurs, wir sehen uns erst, als wir mit 50 Meter Abstand aneinander vorbei sind.

Wir können uns nach 45 Minuten aus dem Nebel befreien und können direkten Kurs auf die Ansteuerung nach Wismar nehmen. Es geht an Poel vorbei und Claus zaubert uns eine Lasagne im Backofen. Wenn wir in Wismar fest sind, ist das Essen fertig.

Ich telefoniere kurz mit dem Hafenamt und frage nach einem Liegeplatz und Zugang zu den Sanitären Einrichtungen. In Wismar wird nicht mehr persönlich abgefertigt und die Toiletten sind geschlossen. Dusche und Toiletten in der alten Markthalle können jedoch mitgenutzt werden.

Um 17:30 Uhr sind wir im Wasserwanderrastplatz fest. Die Sonne im Cockpit, die Lasagne auf der Backs und den Rotwein im Glas beenden diesen Segeltag. 

Wir statten der örtlichen Brauerei noch einen Besuch ab und besuchen “SoKo Wismar” beim anschließenden Abendspaziergang.

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