Drucken

 

still ruht die schlei

Ich musste gestern kurz nach Hannover und komme heute gegen Mittag zurück. An Bord wenden wir uns erstmal den Räucherfisch aus Maasholm zu. Nach der Stärkung bringt Claus uns raus. Heute wollen wir nach Kappeln, um von dort morgen den Absprung zu machen. 

Aber zunächst geht es in die Grosse Breite, dort lernt Claus alles über das Goßsegel. Da wir keinen natürlichen Wind haben, muss hier der arabische Wind aushelfen. Wir setzen und bergen, reffen ein und aus, wenden und halsen. Nach 1 Stunde intensives Training geht es weiter durch die Missunder Enge. Beim Gunnebyer Noor bzw. vor dem Lindholm geht das Training dann mit der Genua weiter: setzen, bergen, reffen, wenden und halsen. Nach 30 Minuten ist Claus fit.

Wir hängen uns noch für 20 Minuten an eine Festmachertonne vor der Brücke Lindaunis. Das bringt uns für die anstehenden Regatta in Pool Position. Das Konkurrentenfeld nähert sich von hinten, und als die Lichtsignale an der Brücke den Start ankündigen, lösen wir den Haken von der Tonne. 

Die Regeln sind einfach, man darf erst bei grün durch die geöffnete Brücke fahren. Wir nähern uns also langsam der Brücke. Nur ein Konkurrent hat mehr Chuzpe und überholt uns noch. Das zahlt sich für ihn aus, denn unmittelbar vor seinem Bug springt das Licht auf grün. Das Rennen ist eröffnet.

Wir bleiben an 2. Position und ziehen weiter in Richtung Kappeln. Langsam setzt etwas Wind ein, der aber für uns ziemlich genau von vorne kommt. Wirklich etwas zum Segeln ist das meiner Ansicht nach nicht, aber unser “Konkurrent” denkt anders. Er schickt sich an, sein Groß zu setzen. Das ist unserer Gelegenheit, an ihm vorbeizuziehen. Wir haben die (Motor-) Regatta gewonnen.

20 Minuten später sind wir auch in Kappeln. Wir tuckern langsam in den südlichen Hafenteil des ASC. Bei dem schönen Wetter sitzt jeder zweite auf seinem Boot und schaut gespannt, wie wir wohl anlegen werden. Wir haben glücklicherweise kein Wind und keine Strömung, sodass wir Bilderbuchmäßig in eine schöne Box gleiten. Leinen fest, Landstrom gelegt, leckeren Anleger im sonnigen Cockpit. 

Wir überlegen, ob wir noch zum Supermarkt gehen um einzukaufen. Aber die Wahl fällt dann doch auf einen guten Griechen in der Stadt. Schnell ist reserviert und wir auf dem Weg. Nach dem Essen trinken wir den letzten Sundowner auf der Lügenbank...