Kirche MaasholmIch habe mir den Wecker auf 08:00 Uhr gestellt. Wenn das Hafengeld nicht bis 09:00 Uhr bezahlt wird, dann wird ein Aufschlagd erhoben. Leicht gespartes Geld. Claus sägt noch an seinen Träumen während ich zum Hafenmeister schleiche. Vor dem Büro fällt mir dann auf, dass ich meinen "Schnutenpulli" vergessen habe. Also zurück an Bord. Claus sägt noch. Beim Hafenmeister wechseln 23,- Euro den Besitzer für die Nacht. 

Ich weiß im Moment gar nicht, wann ich zuletzt in Maasholm und auf der Schlei war. Ein tolles Revier für stürmische Tage...

Ich hole noch Brötchen und bereite das Frühstück vor. Um 09:00 Uhr ertönt dann "Reise Reise", was die Nacht für Claus beendet. Nach dem Frühstück geht es natürlich auf Mass Rund mit einem Zwischenstopp bei Fischräucherei Petersen. Wir decken uns mit reichlich Räucherfisch zum Abendessen ein. Vermutlich haben wir viel zu viel gekauft.

Auf dem Weg auf Maas Rund schauen wir auch mal in die Dorfkirche wo dieses Schiffsmodell hängt. Früher wurden solche Schiffsmodelle als Dankesgabe für die Rettung aus Seenot gestiftet. Wer sich für solche Schiffsmodelle interessiert, sollte mal nach Aeroskobing segeln.

Nach dem Rundgang geht es dann um 12:15 Uhr wieder los.

Beim Ablegen merke ich, wie eng die Boxengasse ist. Claus hält uns mit einer langen Vorleine mittig in der Box, während wir langsam rückwärs aus der Box gleiten. Ich kann die Yacht erst drehen, wenn wir mit dem Bugkorb an den Pfählen vorbei kommen. Das Heck steht dabei schon fast in der gegenüberliegenden Box oder vielmehr auf dem Heck des dort liegenden Yacht. Da wir den Wind auf der Nase haben, ist das Drehen auf der Stelle so kein Problem. Hinter dem Heck und vor dem Bugkorb haben wir ca. 1/2 Meter, das muss heute reichen. Eigentlich wäre das perfektes Hafenkino, aber wenn es gelingt, schaut natürlich keiner zu...

(Jetzt wird mir natürlich auch klar, warum wir uns gestern Abend an den Pfahl anlehnen mussten, nachdem die ersten beiden Anläufe fehlgeschlagen sind...)

Wir verlassen Maasholm und stellen uns um 12:40 Uhr mit drei anderen Yachten vor der Klappbrücke in Kappeln in Warteposition. Natürlich sind wir die einizigen, die vorbildlich die Flagge "N" zeigen. Als zweite Yacht kommen wir durch die Brücke. Es ist an dieser Stelle immer leidlich, wenn Yachten in der Brückenpassage die Geschwindigkeit herausnehmen, um in den Hafen vom ASC abzubiegen... Das hält leider die ganze Traube auf.

Hinter der Brücke geben wir etwas mehr Gas, um die Brückenöffnung in Lindaunis mitzunehmen. Die Strömung ist zumindest nicht gegen uns und der Wind bremst uns auch nicht aus. Wir schaffen die Öffnung um 13:50 Uhr und tuckern anschließend in aller Ruhe gen Schleswig. Wir bestaunen die schöne Gegend und die schönen Häuser am Wasser. Wir sind uns fast einig, dass wir die Häuser auch tauschen würden, dafür würden wir dann auch auf die Arbeit verzichten.

Essen SchleswigClaus bereitet unterwegs das Mittagessen vor, was zwischenzeitlich wohl eher ein Nachmittagsessen wird. Bei 4 Knoten durch die Missunder Enge gart die Hähnchenbrust und der Reis zieht auf dem Herd. Eigentlich könnten wir auch ankern und Mittagessen, aber der Skipper entscheidet sich anders. Wir ziehen durch bis Schleswig, aber der Essensduft, der aus der Kombüse ins Cockpit zieht, lässt die Strecke länger und länger werden. 

In Schleswig nehmen wir die erste Box, die frei ist und um 16:00 Uhr ist das Essen auf der Backs. Dazu kredenzt der Smut einen Heiligenhafener Grauburgunder...

Wir haben einen sehr guten Liegeplatz ergattert. Mit dem Bug im Wind, sodass wir geschützt im Cockpit sitzen können. Freien Blick auf die Flaniermeile, ohne von dort zu sehr begafft zu werden und mit gehörigem "Coronaabstand". Nur der Weg zur Toilette ist etwas länger. 

Vor lauter Begeisterung vergesse ich fast das Hafengeld. Der Hafenmeister ist nur bis 16:30 Uhr da. Um 16:28 Uhr stehe ich vor ihr... Es gibt wieder einen tollen Stoffbeutel aus Schleswig, der diesmal aber an Claus geht.

Wir verbummeln den sonnigen Nachmittag im Schatten der Sprayhood, Sonne haben wir beide heute mehr als genug abbekommen. 

 

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