29.05. arabischer Wind

Heute ist Flaute angesagt: 

westliche Ostsee:
schwachwindig.

Wir legen schon um 09:30 Uhr ab, da wir unsere Genua zum Segelmacher bringen müssen. Der geht natürlich rechtzeitig in Feierabend.

Zum Frühstück gibt es nur einen kleinen Snack, dann sind wir schon unterwegs. Da uns draußen weder Wind noch Welle erwartet, können wir den Abwasch unterwegs erledigen.

Eigentlich haben wir Kaiserwetter. Einige verwegene fahren unter Vollzeug, aber das würden wir nicht in unsere angestrebte Richtung schaffen. Ein Entgegenkommer zeigt sein Gennaker. Etwas neidisch bin ich schon, aber wir müssen leider in die andere Richtung. Nach Lübeck hätten wir unseren anschlagen können, aber der Segelmacher wohnt leider in Heiligenhafen. So muss es bei uns der arabische Wind richten. Den Kurs hält heute der Helmsman, sodass wir beide Hände zum Kaffeetrinken frei haben. Wir korrigieren nur gelegentlich, wenn ein Angler uns in die Quere kommt.

So zieht sich die Strecke bis nach Heiligenhafen. Wir sind früh genug da, um noch kurz an der Bunkerstation halt zu machen. Trotz des langen Motor Tage verbrauchen wir nur 32 Liter, letzte Woche waren es noch 50 Liter… Diese Woche sind wir mehr gesegelt und haben auch weniger geheizt. 

Um 15:20 Uhr sind wir fest an unserem Liegeplatz 12/50. Wir verholen mit der Genua zum Segelmacher und ziehen gleich weiter zum Bankenviertel um Bargeld zu fassen. Zu unserer großen Überraschung hat die Altdeutsche Bierstube wieder geöffnet, da kann ich nicht dran vorbei. Gourmetplatte und Engel sind quasi schon bestellt als ich noch nach einem Tisch frage. Um 16:00 Uhr steht das Mittagessen auf dem Tisch.

Dann ruft auch schon der Segelmacher an, wir können die Genua wieder abholen. Nach dem Essen ist vor dem Essen und wir bestellen ein Tisch für 20:00 Uhr zum Abendessen. Die Pause überbrücken wir mit der Genua. Nachdem die angeschlagen ist, machen wir uns zum Abendessen frisch und ziehen wieder los in die ADB.... Abschiedsessen.

28.05. hoch am Wind nach Neustadt

Heute geht es wieder raus. Wir legen um 11:20 Uhr ab und im Hafen geht auch schon das Groß hoch. Hier im Hafen ist es leichter, da wir noch durch die Hohen Gebäude Windabdeckung und keine Welle haben. 

Wir setzen natürlich den Motorkegel als sichtbares Zeichen, dass wir trotz Segel unter Motor unterwegs sind. Hier in Wismar habe ich mehr Wasserschutzpolizei gesehen, als in jedem anderen Hafen. Als wir “unser” Hafenbecken verlassen, wartet ein Patrouillenboot der WSP auch schon auf zahlende Kundschaft… Wir sind es heute nicht.

westliche Ostsee:
NW 3-4, später schwach umlaufend, See 0,5 Meter

Wir fahren ein ganze Stück raus bevor wir an der Südspitze von Poel den Motor ausschalten und gegen den Wind in Richtung Offentief kreuzen. Auf unserem Streckbug kommt uns ein anderer Segler nahe. Obwohl wir den Wind von Steuerbord habe und er von Backbord, macht er keine Anstalten auszuweichen. Wir wenden auf den Holebug und halten uns so gut frei von ihm. Im Vergleich waren wir zwar schneller und hätten die Regatta gewonnen. So bleibt uns nur der Fair Play Preis…

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27.05. Nosferatu in Wisiborg

Nicht nur “SoKo Wismar” wurde hier gedreht. Schon fast 100 Jahre vorher diente Wismar als Kulisse für “Nosferatu - eine Symphonie des Grauen”. Der Ort heißt im Film Wisiborg.
Die Heiligengeistkirche ist sowohl für “SoKo Wismar”, als auch für “Nosferatu” Kulisse (gewesen). Einige Drehorte kann man leicht wiederkennen.

Wir schlendern durch die Stadt und besuchen noch die wichtigsten Tourismusziele: Nikolaikirche, Heiligen Geist Kirche, Marktplatz, Wasserkunst und dergleichen. Gegen Abend kehren wir in ein kleines Restaurant ein und lassen die Bordküche heute mal kalt. 

Es gibt in Wismar neben dem Wasserwanderrastplatz (WWR) noch den Alten Hafen und den Westhafen. Im Westhafen befindet sich auch noch eine privat betriebene Marina. Wir haben uns alle Häfen angesehen und kommen zu dem Schluss, dass der WWR die beste Wahl ist. Tagsüber gibt es etwas Lärm von der Holzindustrie, dort wird aber pünktlich Feierabend gemacht. Ansonsten ist es ruhig und nicht so überfüllt wie die private Marina. Auch finden sich hier keine Touristen, wie am nahegelegenen Alten Hafen.

Wir haben (mal wieder) nicht alles verkehrt gemacht...

26.05. Nebel des Grauen

Zu meiner doch sehr positiven Überraschung haben die Duschen im Hafen geöffnet. Jede zweite Kabine ist zwar gesperrt, aber ich brauche ja nur eine. 

Kühlungsborn ist kein alter Hafen. Die Anlagen sind neu und sauber, das Hafenmeisterbüro ist mit netten Menschen besetzt und insgesamt ist es eine gute Anlage. Man liegt an Schwimmstegen mit Fingern und es gibt reichlich Platz im Hafenbecken und in den Boxen. Strom und Wasser liegen in kurzer Entfernung. Man sollte sich aber seinen Liegeplatz gut aussuchen, von der Außenmole ist es ein ordentlicher Weg zum östlich gelegenen Hafenbüro.

Ansonsten ist Kühlungsborn eher eine künstliche Stadt. 

Nach der Dusche backen die Brötchen während ich schon mal die Wettervohersage hole:

Küstenseewetter östlich Fehmarn bis Rügen:
schwachwindig, später westdrehend, zunehmend 2-3

Gestern hatte ich noch die Idee oder Hoffnung mit dem Gennaker nach Wismar zu kommen, aber diese Windrichtung passt nun gar nicht.

Um 11:45 Uhr legen wir ab. Im Hafen geht das Groß hoch und hinter der Mole nehmen wir die Genua dazu. Wir müssen nach Westen kreuzen und machen dabei eine gute Geschwindigkeit.

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25.05. Mecklenburg, wir kommen

Ab heute dürfen wir endlich nach Mecklenburg Vorpommern einreisen. Die Verordnung des Landes ist leider nicht eindeutig und sagt über Sportboote gar nichts aus. Camper müssen eine Buchung vorweisen, das gibt es für Sportbootfahrer natürlich nicht. 

Ich telefoniere mit dem Yachthafen Kühlungsborn, auch dort weiß man nicht mehr. Aber wir sind natürlich willkommen. Den Code für die Toiletten erfahre ich auch gleich.

Nach einem guten Frühstück legen wir um 11:45 Uhr ab. An der Hafenausfahrt öffnen wir die Genua, die uns durch den Graswarder bis durch die Fehmarnsundbrücke mit 7 Knoten zieht. Hinter der Brücke sind wir natürlich in der Abdeckung und müssen das Segel einmal shiften. Wir fahren aus dem Fahrwasser immer geradeaus über den Lübeck Ostsee Weg. Der Wind lässt nach und wir shiften das Segel noch mal zurück. Wir bleiben jedoch permanent über 5 Knoten Fahrt und der Windmesser zeigt uns noch 13 - 14 Knoten Wind an. 

Ich überlege, ob wir den Gennaker setzen, angesichts der Fahrt mit 5 Knoten entscheide ich mich jedoch erstmal dagegen. So dümpeln wir nach Kühlungsborn, bis uns 4 Meilen vor dem Hafen der Wind und die Geduld fehlt. Natürlich könnten wir jetzt noch den Gennaker setzen, aber die Alternative ist 30 Minuten Motorfahrt (und heißes Wasser). Die Entscheidung fällt schnell….

Um 18:00 sind wir fest am Schwimmsteg mit Finger. Die Boxen sind sehr leicht anzufahren, das Hafenbecken sehr großzügig bemessen und die Boxen sind wirklich breit. zwischen unserem Nachbarlieger und uns würde noch eine ranke Yacht passen…

Ein kurzes Telefonat sichert uns einen Platz im örtlichen Brauhaus. Es bestätigt sich (leider), dass in einem guten Brauhaus das Essen mittelmäßig ist (und umgekehrt). Das Bier ist jedenfalls lecker. Nach dem Essen gibt es noch Fotos vom Sonnenuntergang, dann geht es gut gesättigt geht es zurück an Bord.

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