Heute können wir uns Zeit lassen. Von AErosbing nach Bagenkop ist es nicht weit und der Wind steht meist günstig für uns. Da unser Nachbar auch nicht raus will, können wir in aller Ruhe frühstücken. Wir erledigen unser restliches Morgengeschäft und warten auf die Fähre, die um 10:35 Uhr ablegen soll.

Zwischenzeitlich überlegen wir uns, ob wir das Gross setzen wollen oder nur mit der Fock fahren wollen. Bei Raumschotskursen hat sich die Fock bewährt. Vor Marstal müssen wie ein Stück Amwind fahren, da geht das Gross natürlich besser. Wenn wir wiederum im engen Fahrwasser des Morkedyb reffen müssen, geht das mit dem Gross gar nicht, da wir Vorwind oder Raumschots fahren. Wir entscheiden uns für unsere erste Idee, die Fock. Wir müssen also auch im Hafen die Baumpersenning nicht anfassen, was hier und da einfacher ist.

Wir sind bereit, unser Nachbar auch, der uns wegen des auflandigen Windes im Hafen helfen will, nur die Fähre nicht.... Wir warten nocht bis 10:45 Uhr, dann verlieren wir etwas die Geduld. Wir legen ab und tuckern langsam in Richtung Fahrwasser, da legt auch die Fähre ab. Gerade so, als hätte sie auf uns gewartet... 

Natürlich lassen wir die Fähre ablegen und wenden und fahren dann hinter ihr durch das Fahrwasser. Wir setzen bereits hier die Fock und können auf Amwind bis zur Ansteuerungstonne Höhe kneifen. Zugegeben, der Motor hat noch etwas geholfen. Dann geht es weiter in Richtung der Kardinal Nord, die irgendwie den Eingang zum Morkedyb kennzeichnet. Wir umrunden die Tonne, viele andere kürzen hier bereits auf die Fahrwassertonnen ab.

Im Morkedyb herrscht dann reger Verkehr. Uns kommen einige Traditionssegler entgegen (Fotos folgen) und andere Yachten gehen gen Süden. Da eine Yacht vor uns langsamer segelt als wir, rollen wir die Fock auf 2/3 ein und machen "nur noch" 5 kn über Grund. Damit können wir der anderen Yacht hinterherfahren, ohne auf sie aufzulaufen. 

Das Morkedyb an sich ist gut betonnt, man darf nur keine Tonne auslassen. Wir wagen trotzdem eine kleine Abkürzung und hangeln uns auf der 4 Meter Linie lang. Mit der Fock können wir jederzeit in einer Hartruderlage ins tiefe Wasser zurück, brauchen wir aber nicht. Die langsame und flachere Yacht vor uns biegt frühzeitig in Richtung Marstal ab, das können wir mit 2,20 m Tiefgang jedoch nicht. Aber wir können die Fock wieder ausrollen. Wir wollen außerdem alle Tonnen des Morkedyb abfahren, alles andere wäre respektlos den Tonnenlegern gegenüber. Immerhin hatten die viel Arbeit mit dem Legen der Tonnen gehabt, und diese Arbeit wollen wir durch das Abfahren aller Tonnen unseren Tribut zollen. 

Am Ende des Morkedyb geht es fast nahtlos in das Fahrwasser nach Marstal über. Die ca. 2 sm können wir tatsächlich hoch am Wind abreiten. Michael muss am Ruder zwar wirklich Höhe kneifen, aber wir laufen gut durch. Die dänischen Yachten, egal ob Gegenläufer oder Überholer, lassen uns genügend Raum. Nur eine deutsche Yacht beharrt natürlich unter Motor auf das Fahrwasser... Wo kämen wir auch dahin, wenn jeder einfach wegen des Windes die Fahrregeln auslassen würde!

Es geht vorbei an Marstal und wieter in die Marstalbugt. In der südöstlichen Landabdeckung von AEro lässt der Wind nach und wir geigen einige Zeit mit 3 kn vor dem (restlichen) Wind. Nach dieser Hungerstrecke geht es aber wieder mit 6 kn weiter und gegen 14:30 Uhr stehen wir vor der Hafeneinfahrt.

Der Hafen ist pickepacke voll und wir bekommen tatsächlich den vorletzten Liegeplatz. Sogar einer meiner Lieblingsplätze in der Ecke vor dem Hanfebüro bzw. Bezahlautomat. Der Vorteil ist, wir können vorwärts in die Box und an der Seite über die Kaimauer aussteigen. Sehr komfortabel. Kurze Zeit später legt sich hinter uns eine dänische Motoryacht. Wir sind nun eingesperrt. Bald darauf geht noch eine kleine Segelyacht beim Dänen ins Päckchen. Mal sehen, wie wir morgen hier raus kommen...

Wir genießen unsere letzten Helgoland-Biere als Anleger. Es folgt ein Stadtrundgang und am Abend gibt es schon die ersten Reste zum Abendessen. Morgen wollen wir nach Heiligenhafen, also müssen wir langsam unsere Vorräte bereinigen.

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