Nachdem unser Plan für heute Nacht feststeht, gennießen wir ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte im Hafenrestaurant. Anschließend legen wir uns zur Ruhe und versuchen ein paar Stunden Schlaf zu finden. Die Nacht wird lang, von Bremerhaven bis Cuxhaven sind es ca. 60 sm.

Zum Abendessen gibt es Brot, inklusive ein paar Vorbereitete für später. Dann bereiten wir uns auf der Karte intensiv für die Fahrt vor. Es geht die Weser auswärts bis zum LT Alte Weser, dann an Scharhörnriff vorbei in die Elbe und weiter bis Cuxhaven.

Küstenseewetterbericht herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst, Seewetterdienst Hamburg am 30.06.2019, 16.12 UTC. Vorhersage bis morgen Mittag: Nordseeküste:

Ostfriesische Küste: West 4 bis 5, vorübergehend südwestdrehend, später zunehmend 6 und strichweise Schauerböen.

Elbmündung: West 4 bis 5, vorübergehend südwestdrehend, später zunehmend 6 und strichweise Schauerböen.

Die etwas detaillierteren Vorhersagen von Windfinder und Windy geben uns ein genaueres Zeitfenster für den Start ab ca. 21 Uhr oder 22 Uhr. Wir können dann die Weser runter eher W bis WSW haben, wenn wir LT Alte Weser erreichen, könnten wir mit der Fock Raumschots bis zur Elber oder sogar Halbwind bis Cuxhaven segeln?

Wir starten um 21:40 Uhr, um die Schleusung um 22:00 Uhr 1 Stunde vor Hochwasser mitzunehmen. Außerdem kommen wir so noch bei Sonnenuntergang (21:57 Uhr), also zumindest mit gehöriger Dämmerung beim Containerterminal vorbei. Das erleichtert dort das Navigieren, falls wir einem Frachter ausweichen müssen.

 

 Die Schleusung läuft problemlos, immerhin haben wir jetzt auch genügend Übung. Unter Motor laufen wir die Weser abwärts. Anfangs haben wir zwar noch ca. 1 Knoten Strömung gegenan, aber mit 4 Knoten über Grund laufen wir schneller als heute Mittag. Wir haben aber auch nur um die 14 Knoten Wind aus westlicher Richtung.

Wir kommen gut voran, und ab dem Containerterminal können wir ungestört ins Fahrwasser gehen und die Tonnen und Richtfeuerlinien abfahen. Es überholt uns nur ein Frachter, dem wir an geeigneter Stelle ausweichen können. Mit dem Strahler leuchte ich in unser Rigg, und wie von Zauberhand wechselt der Frachter auf die grüne Seite.

Alsbald kommen die Leuchttürme Rütersand uns Alte Weser in Sicht. Zwischndurch blitzt auch LT Wangerooge feuerrot zu uns herüber, aber mit dem haben wir nichts zu tun. 

Wir umfahren zwischen 02:00 Uhr und 03:00 Uhr den LT Alte Weser und setzen in seinem roten Sektor unsere Fahrt in Richtung Scharhörnriff fort. Nördlich von uns blitzt das Leuchtfeuer von Helgoland gut sichtbar. Die drei Kardinaltonnen vor der Elbe 1 kommen erstaunlic früh in Sicht. So können wir ohne Probleme vor Scharhörnriff Nord die Fock setzen und den Motor ausschalten.  Den Rest erledigt der Wind mit anfangs 18 Knoten.

Wir mach gute Fahrt, da wir noch etwas Strömung aus der Weser bekommen. Bei Elbe 1 ändert sich das. Aus der Elbe kommt noch das ablaufende Wasser, dafür nimmt der Wind nun wieder zu. Wir segeln Raumschots, sodass uns das eigentlich gelegen kommt.

Die Sonne geht auf, zumindest versucht sie es. Die Wolken verdecken die Sonne, sodass sie nicht so recht das Cockpit und den Steuermann erwärmen kann. Der Wind mit ca. 20 Knoten (Spitzen bis 24 Knoten) kühlen zusätzlich. Wir fahren die Tonnen ab und enden gegen 08:00 Uhr bei Tonne 31a und 18 Knoten Wind vor der Hafeneinfahrt. Um 08:30 Uhr sind wir fest.

Als wir das Hafengeld am Automaten bezahlen wollen, ruft uns die Hafenmeisterin zu sich. Wann wir denn angekommen sind? Eben gerade. Dann lasst den Automaten mal und kommt zu mir. Sonst zahlt ihr für gestern mit. Kurze Zeit später sind 20 Euro Liegegebühr von der Kreditkarte abgebucht. Dusche geht mit Zugangskarte extra. 

Noch der obligatorische Anleger um 09:00 Uhr, und wir rutschen noch vor der Unwetterwarnung um 10:00 Uhr in die Kojen.

"Gute Nacht"

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