Unser Plan ist einfach. Wir gehen zum Brunch in das Restaurant Matador des WYC Bremerhaven und nach einem tollen Frühstück legen wir um 11:00 Uhr ab. Dann drehen wir ein paar Kreise im Hafenbecken, üben An- und Ablegen und lassen uns um 12:00 Uhr seewärts schleusen und fahren nach Helgoland...

So weit unser Plan. Die Wettervorhersage bestätigt unser Vorhaben:

Seewetterbericht für Nord- und Ostsee herausgegeben vom Deutschen Wetterdienst, Seewetterdienst Hamburg am 30.06.2019, 03.27 UTC.

Vorhersage gültig bis heute Nacht: Deutsche Bucht: Südwestliche Winde 4 bis 5, vorübergehend etwas zunehmend, See 1,5 Meter.

Es fängt mit dem Frühstück an. Statt um 09:00 Uhr beginnt der Sonntagsbrunch im Restaurant erst um 10:00 Uhr. Das ist für unserer Pläne etwas spät, also frühstücken wir an Bord. Beim Ablegen und Manövertraining bis zum Auslaufen aus der Seeschleuse sind wir wieder im Plan. Beim Rest, wie schon die Überschrift verrät, nicht mehr.

Wir verlassen die Seeschleuse und setzen im Vorhafen das Gross ins 2. Reff. Leider gibt es kein 3. Reff, was mir für die Vorhersage "etwas zunehmend" wirklich lieber wäre. Mit gesetztem Gross wagen wir uns auf die Weser. Wir nehmen die Fock hinzu und machen: 3 Knoten über Grund! Wir kommen mit dem ausgeleierten Lappen einfach nicht hoch an Wind. Die Fock lässt sich nicht dichter trimmen, das die Holepunkte sich mit dem Umlauf der Grossschot verklemmen... Irgendwie nicht so ganz optimal...

Die Yacht wir zunehmends Luvgierig, und so nehmen wir die Fock weg. Um gegen den Wind anzukommen, nehmen wir die Maschine zur Hilfe. Wir müssen sowieso die Weser abwärts gegen den Wind fahren, ohne Kreuzen durch das Fahrwasser wäre hier nichts möglich gewesen. 

Wir kommen bis zum Containerterminal von Bremerhaven und aus den "vorrübergehend etwas zunehmend" werden in der Spitze 30 Knoten, sonst um die 27 Knoten direkt auf den Bug. Das ist Windstärke 7 und nicht "etwas zunehmend! Hier brechen wir (wie alle anderen Segler auch) unserer Weiterfahrt ab. Wir kommen trotz Maschine und mitlaufendem Wasser (!) nur mit 3 Knoten voran...

Der Containerterminal ist noch relativ geschützt, "draußen" dürfte es also entsprechend rund gehen. 

Nach der Wende beginnt für uns eine Rauschefahrt zurück in die Seeschleuse. Um 14:50 Uhr sind wir wieder zurück beim WYC Bremerhaven. 

Wir überlegen uns Alternativen. Wetterdaten, aktuelle Messwerte, Vorhersagen der verschiedenen Modelle und auch die Prognosen für die nächsten Tage. Wir haben heute Nacht ein Wetterfenster, um von 22:00 Uhr von Bremerhaven nach Cuxhaven zu kommen. Bis zum Ende der Woche haben wir sonst wieder zu viel Wind aus Nordwest.

Der Hafenmeister lässt uns kostenlos am Steg liegen, es kostet erst wieder etwas, wenn wir morgen noch da sind. Und das wollen wir nicht mehr sein.

Kalender

Anmeldung