Wir überlegen bei einem schönen Frühstück, wie wir die letzten beiden Tage gestalten wollen. Ralf ruft in Los Gigantes an. Es ist der dritte Versuch, dort einzulaufen. Aber die nette Frau lehnt unser Ansinnen ab. Der Hafen ist voll.

Wir könnten nach Las Galettas gehen, und hätten dann am Freitag nur ein kurzes Stück nach San Miguel. Dort hätten wir dann quasi einen Hafentag. Die Alternative ist in San Sebastian zu bleiben, bzw. zu den Walen zu fahren und heute Nachmittag/Abend wieder zurück zu kommen. San Sebastian hat viel mehr zu bieten als San Miguel, und so wird die Alternative eine beschlossene Sache.

Eine Teilcrew macht einen Ausflug durch die Stadt, der Rest versucht Wale zu sehen. Vorher werden wir hier noch tanken, die Bunkerstation liegt auf unserem Weg. Wir versuchen den Motor zu starten, aber der Schlüssel lässt sich nicht im Schloss drehen. Etwas ratlos versuchen wir einen Ersatzschlüssel, aber auch der will den Motor nicht in Gang bringen. Das Schaltpanel wird auseinander gebaut, und mit Öl behandelt. Leider vergebens. Nun ist guter Rat teuer, und es werden verschiedene Möglichkeiten besprochen. Letztlich überlegen wir uns, wie wir die Zündung kurzschließen können. Ralf geht nochmal das komplette Bordequipment durch und findet einen Schlüssel mit “Volvo Penta” aufschrift. Der passt und startet problemlos den Motor! Wir sind eine Woche mit dem falschen Schlüssel gefahren!

Wir starten nun um 12:00 Uhr mit 1 Stunde Verspätung. Die Bunkerstation hat nun Mittagspause, sodass wir das Tanken auf unserer Rückkehr verschieben.

Die Vorhersage hat uns eigentlich Schwachwind und Flaute vorhergesagt, aber draußen erwarten uns dann doch 6 Bft. Wir fahren hoch am Wind und finden zwischendurch Zeit, das Hamburger Manöver zu üben. Wale werden wir in der unruhigen See nicht entdecken können. Wir haben aber Spaß am Segeln, und treiben die Avalon zu neuen Hochgeschwindigkeiten. So kommen wir schnell bis vor Los Gigantes. Um 15 Uhr müssen wir zurück, um 18 Uhr wollen wir spätestens im Hafen sein.

Der Wind hat zwischenzeitlich gedreht, sodass auch unserer Rückfahrt hoch am Wind geht. Wir perfektionieren den Trimm und sind mit annähernd 10 Knoten unterwegs. Eine Geshwindigkeit, die wir dem Boot nicht zugetraut haben. Der Effekt ist, dass wir um 16:30 Uhr schon wieder vor der Hafeneinfahrt stehen.

Wir reihen uns in die Schlange vor der Bunkerstation ein und mit vollem Tank sind wir um 17:00 Uhr wieder fest in San Sebastian. Zusammen mit den Landgängern trinken wir unserern Anleger. So sitzen wir bei schönstem Wetter bis zum Sonnenuntergang in der Plicht. Immer mehr Segelboote treffen auf ihrem Weg zurück zur Charterbasis hier für eine Zwischenstation ein.

Als das Leben in dem Hafen zur Ruhe kommt, suchen wir unseren Weg in die Fußgängerzone. Wir finden ein kleines Restaurant. Heute ist der Hunger nicht so groß wie gestern, sodass wir zum Essen mehr Zeit finden. In geselliger Runde sitzen wir nach einem hervorragendem Essen noch bis nach Mitternacht und genießen den Vino tinto de Casa. Morgen ist unsere letzter Segeltag in diesem Revier.