Ich segel diese Woche als Co-Skipper für Ralf mit Alexandra und Michael. Alexandra ist eine erfahrene Seglerin, die allerdings eine lange Pause eingelegt hat. Michael war zwar schon mal auf dem Wasser, allerdings mit ohne viel Wind und die Boote waren kleiner. Für den ersten Tag ist das Wetter eine echte Herausforderung!

Wettervorhersage:
Windfinder: SO 9 m/s in Böen 11 m/s

dwd: SO um 5, etwas abnehmend, zeitweise diesig, See 1,5 m

Wir besprechen den Törn und legen um 10:30 Uhr ab. Eigentlich hätten wir noch tanken wollen, aber an der Tankstelle ist eine Schlange. Wir beschließen lieber auf See zu gehen, da der Weg nach Maasholm lang ist. Hier noch 20 oder 30 Minuten warten, um dann zu tanken, ist uns dann doch zu lange.

Vor dem Hafen setzen wir um 11:00 Uhr das Gross ins 3. Reff aber nutzen die volle Genua. Wir fahren genau vor dem Wind und setzen Gross und Genua als Schmetterling. Die Welle von Achtern schaukelt uns gehörig durch, aber der Autopilot hält uns noch gut auf Kurs. Ob er das bis zum Ende schafft?

Wir lassen uns erst mal ziehen und schauen was passiert. Entgegen der Ankündigung ist weder in Todendorf noch in Putlos Schießbetriebs, sodass wir etwas abkürzen können. Zwar rufen wir Todendorf Naval auf Kanal 11, aber da antwortet niemand. Auch die Leuchtsignale leuchten nicht. (Wenn ein Leuchtsignal nicht leuchtet, ist es dann immer noch ein Leuchtsignal?)

Wir nehmen direkten Kurs auf Schleimünde. Je weiter wir uns von Fehmarn entfernen, um so größer wird die Welle. Wir nähern uns dem KO Weg und schauen uns genauer den Berufsverkehr an. Wir haben Glück, alles passt und wir können ohne auszuweichen durchfahren.

Nachdem wir die Berufsschiffahrt hinter uns haben, nimmt die Welle etwas zu. Wir müssen mitlerweile per Hand steuern. Von der Crew mögen auch nicht mehr alle unter Deck gehen, aber alle kommen gesund durch.

Vor Schleimünde nehmen wir das Gross und die Genau weg, Michael steuer uns souverän wie ein Profi durch das Fahrwasser. An der engsten Stelle überholt uns ein Ausflugsdampfer, das lässt Michael aber unbeeindruckt.

Wir fahren weiter bis zur Tonne 16 und biegen nach Maasholm ab. Um 18:30 Uhr sind wir fest. Nach dem Anleger bereiten wir uns auf den Landgang vor. Eigentlich sollte es zu Raub gehen, aber da die uns nicht einlassen wollen, gehen wir ins Schleieck. Dort gibt es hervorragenden Fisch, lecker Getränke und eine sehr nette Bedienung. Wir haben unseren Spaß und beschließen den Abend.